Durchsetzen oder Rückzug? Körpersprache-Wissen nutzen

//Durchsetzen oder Rückzug? Körpersprache-Wissen nutzen

Der dominante, rote Körpersprachentyp

Jeder kennt sie und so manch einer fürchtet sich sogar ein bisschen vor ihnen: die präsenten bzw. dominanten Chefs. In den meisten Typologien wird ihnen die Farbe Rot zugeordnet. „Nur nicht einschüchtern lassen“, lautet das Motto im Umgang mit dem roten Typ.

Ihre Kleidung spiegelt Image und Erfolg wieder, Uhren und Klubnadeln sollen den Status untermauern. Legen Sie einem roten Menschen ein Schriftstück vor, wandert sein Blick nach rechts unten zum Ergebnis. Das Ergebnis ist ihr Heiliger Gral. Die gesamte Arbeitsweise dieses Chefs ist auf Effizienz ausgerichtet.

Kennzeichen: eine raumgreifende Körpersprache

Keine Frage, dieser Typ wirkt einschüchternd.

Dominant und fordernd

Während des Handschlags zur Begrüßung hält er gern mit der linken Hand den Ellenbogen seines Gegenübers fest oder zieht seinen Arm heran. Er hat eine normale Distanzzone von einer Armlänge, bei Bedarf verkürzt er diese allerdings auch, um Druck auszuüben. Er steht eher frontal als seitlich vor seinem Gegenüber, um diesen gut zu fixieren. Er geht schnell und dynamisch und bewegt seine Arme wie Schwungräder im Takt seiner Schritte. Auf ein „Guten Morgen“ warten Sie meist vergeblich.

„Brust raus, Bauch rein“ – das ist die Devise des roten Typs beim Stehen. Er bevorzugt den breiten Stand, wodurch er mindestens schulterbreit steht. Auch kann es vorkommen, dass er plötzlich ungefragt hinter Ihnen auftaucht und sich davon weder von Tresen oder offenen Schubladen abhalten lässt. Er sitzt gern breit und frontal an seinem Schreibtisch, spreizt als Mann gern die Beine auseinander oder rutscht auf dem Sitz etwas herunter, wodurch seine Beine weit in den Raum hineinragen. Ziel all dieser Aktionen: das eigene Territorium erweitern.

Ungeduldig, aber auch charmant

Der rote Typ gestikuliert mittelmäßig und wenn überhaupt, dann mit großen und breiten Gesten oder zackigen Handkantenschlägen. Wenn ihm etwas nicht passt oder er jemanden heranwinkt, wirft er Gesten gern abfällig in Richtung Boden. Oft signalisiert er Ungeduld, etwa indem er auf die Uhr schaut oder auf Oberschenkelhöhe mit den Händen wedelt: „Los, mach schon!“

Zudem kann der rote Typ eine furchterregend grimmige Mimik aufsetzen, wobei die Adern an den Schläfen anschwellen. Im nächsten Moment aber lächelt er charmant und hebt flirtend eine Augenbraue an. Wenn der rote Typ lacht, dann lacht er laut und gern auch aus Schadenfreude. Seine Kopfhaltung weist nach oben, was auf andere arrogant und sogar ignorant wirken kann.

Wie Sie mit dem roten Typ umgehen

Achten Sie darauf, dass Sie sich nicht durch eine devote Körperhaltung unterwerfen, es sei denn, Sie nutzen dies als Taktik. Spiegeln Sie vielmehr die Körpersprache Ihres Gegenübers:

  • Stehen Sie aufrecht, setzen Sie die Füße schulterbreit auseinander und richten Sie Ihren Oberkörper frontal auf ihn aus. Zeigen Sie eine selbstbewusste Körperhaltung.
  • Stemmen Sie eine Hand oder beide Hände in die Hüften.
  • Nutzen Sie im Gespräch immer Ihre Stuhllehnen – sonst kann es passieren, dass der rote Typ sie für sich beansprucht.
  • Ihr Gegenüber hat kein Problem mit dem Wort „Nein“. Sagen Sie es. Sie dürfen ihm widersprechen und eine eigene Meinung äußern. Duckmäuser mag der rote Typ nicht.
  • Halten Sie sich kurz und knapp. Denn wenn der rote Typ eines nicht leiden kann, sind es ausschweifende Erklärungen mit detaillierten Angaben.

Setzen Sie auf Ihren Charme

Die Achillesferse des roten Chefs: Er ist anfällig für Charme. Einem Zwinkern mit dem Auge, einem verschwörerischen Lächeln kann er nicht widerstehen. Mit etwas Raffinesse können Sie ihn von allem überzeugen – dabei es ist es übrigens gleichgültig, ob es sich um einen männlichen oder weiblichen Vorgesetzten handelt. Verhalten Sie sich immer furchtlos, klar und eindeutig, fordern Sie den roten Typ heraus. Verlieren Sie nie die Augenhöhe, dann akzeptiert er Sie als Seinesgleichen und Sie werden wunderbar mit ihm auskommen, auch wenn es ein wenig lauter als mit anderen wird.

Dieser Blogbeitrag ist in einer Artikelreihe mit vier Körpersprachetypen, kürzlich im Sekretaria Magazin erschienen.

Wer Zeit und Lust hat, kann auch mal hier vorbeikommen. Am 20. Juni findet eine Tagesveranstaltung in Hamburg zu diesem Thema statt.

 

By | 2018-05-31T16:35:53+00:00 Mai 30th, 2018|Allgemein|0 Comments

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