Emotionen – Gefährlich ansteckend

//Emotionen – Gefährlich ansteckend

Grippeviren sind hoch ansteckend und das weiß jeder. Das auch Emotionen das sind, wird unterschätzt. Nur zu gut, das wir die Ansteckung einer Emotion bewusst vermeiden bzw. zu lassen können.

Tanja Singer vom Max Planck Institut forscht zum Thema ansteckende Emotionen. “Menschliche Empathie, also das Einfühlen in einen anderen Menschen, lässt sich sogar mit der Magnetresonanztomografie nachweisen. Bspw. das Phänomen: Sie leiden und ich leide mit.“

Mit welchen Emotionen können wir uns außer der Trauer eigentlich anstecken?

Paul Ekman ist der Urvater der Serie Lie to me, Anthropologe und Forscher zum Thema nonverbale Kommunikation. Er hat in seiner Arbeit 7 Basis – Emotionen herausgefiltert, die wir an der Mimik eines Menschen erkennen können: Freude, Überraschung, Wut, Trauer, Ekel, Verachtung und Angst. Während wir uns von den Emotionen der Freude und der Überraschung gerne anstecken lassen, würden wir gerne beim Rest der Emotionen einen Mund- bzw. einen Emotionsschutz tragen.

FREUDE

Im Allgemeinen ist die Freude eine höchst willkommene Emotion, denn sie tut nicht nur der Seele, sondern auch dem Körper gut. Menschen mit viel Freude im Leben sind deutlich gesünder, als diejenigen die sich negativen Emotionen hingeben. Körpersprachlich ist sie sogar für einen Weitsichtigen, an einer aufrechten Körperhaltung, einer freundlichen Mimik und hoher Bereitschaft zum Kichern erkennbar.

ÜBERRASCHUNG

An der Emotion Überraschung sollte sich die Generation 50+ öfter mal anstecken. Sie hält jung und frisch, was die Attraktivität eines Menschen sichtbar erhöht. Die Augen werden hierbei rund und groß. Leider entstehen auch horizontale Falten auf der Stirn, was allerding in dem Alter, den Kohl auch nicht mehr fett macht;)

WUT

Wütende Menschen machen uns entweder Angst oder eben selbst wütend. Wut tut zwar gut aber trotzdem möchte ich den Zeitpunkt meiner Wut doch lieber selbst bestimmen. Den Raum verlassen ist hier eine gute prophylaktische Maßnahme, um sich nicht anzustecken.

TRAUER

Sich bei der Trauer anzustecken, verspricht auf Dauer eine lange Rekonvaleszenz und so empfiehlt die Wissenschaft, diesen Zustand zügig wieder zu verlassen. Nonverbal sackt das gesamte Stützkorsett Richtung Teppichboden. Wehe dem der bereits über ein schwaches Bindegewebe verfügt.

EKEL

Die Emotion des Ekels ist so schnell verschwunden, wie sie gekommen ist und tut nur ihre Arbeit. Wenn man bspw. Lebensmittel über das Haltbarkeitsdatum hinaus isst, zeigt uns diese Emotion, ob etwas verdorben ist. Gut an einer gekräuselten Nase und zusammengezogenen Augenbraun erkennbar.

VERACHTUNG

Gegen die Emotion der Verachtung, sollte man sich mit der vierfachen Schutzimpfung versorgen, denn diese hat evolutionär nur eine nebensächliche Aufgabe. Außer sich vor anderen aufzuspielen und sich überlegen zu fühlen, ist sie ein richtiger Nichtsnutz. Sie ist also nicht nur unbrauchbar, sondern schadet dem Zusammenleben in der Gruppe über die Maßen. Menschen mit dieser Grundstimmung werden von den meisten von uns als hochnäsig bezeichnet.

ANGST

Die Angst ist eher ein Zustand, als eine Emotion. Sie ist unbestimmt und schlecht fassbar. Sie leistet uns allerdings gute Dienste, um nicht geradewegs ins Verderben zu laufen. Sie gibt uns die nötige Zeit, um unseren Verstand zu befragen und eine Situation zu prüfen. Ansonsten: Angst essen Seele auf.„Flieht ihr Narren“, war auch Gandalfs Tipp (Zauberer aus Herr der Ringe) beim Erscheinen eines Ungeheuers aus der ÜR Zeit. Angst kann also auch den Überlebenstrieb verstärken.

Mein Tipp

Wenn uns klar ist, von welcher Emotion wir uns gerade anstecken lassen, denn diese kann man wie beschrieben an der Körpersprache erkennen, können wir bewusst entscheiden, ob wir uns dieser entziehen oder hingeben möchten. Wir können dann den Raum bzw. den Menschen verlassen oder auch unser Standby Gesicht auflegen, was uns ebenfalls vor fremden Emotionen schützen kann. Vor allem, wenn sich aus einer kurzzeitigen Emotion, eine langwierige Stimmung entwickelt.

Und andersherum: 80% der Entscheidungen und Reaktionen unserer Mitmenschen werden durch unser nonverbales Verhalten ausgelöst. Wir sollten uns also nicht wundern, wenn uns Mitmenschen meiden oder vielleicht unsere Nähe suchen: Sie haben längst erkannt wie es um uns steht.

Um unser Emotionsmanagement und unsere Körpersprache, wird es unter anderem in meinem nächsten offenen Tagestraining gehen. link

By | 2018-04-13T13:05:49+00:00 April 13th, 2018|Allgemein|0 Comments

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