Gefühle – Und warum sie dem Verstand überlegen sind

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Unsere Gefühle sind die Querulanten im menschlichen System. Sie sind nicht messbar und wechselhaft wie die Fallwinde an der Alster. In der Business Kommunikation müssen sich Gefühle dem Verstand unterordnen, so zumindest die allgemeine Einstellung. Neueste Erkenntnisse aus der Neurowissenschaft behaupten nun Gegenteiliges.

Bald ist also Schluss mit Descartes, der meinte: Ich denke also bin ich „Ergo sum“ und der den Verstand als Hauptzentrale verstand. Diese Denke hat uns im alltäglichen Business allerdings noch fest im Griff und so sind Gefühle im Job immer noch nicht besonders en Vogue. Nicht zu wild gestikulieren, nicht zu laut lachen und traurig sein ist auch verboten. Die über Jahrhunderte geprägten Denksysteme, dulden diese Schmuddelkinder nur außerhalb des Business. Status: Kein Bleiberecht.

Dabei reicht die Verarbeitungskapazität des Verstandes, nur für einen mickrigen Satz und der RAM Speicher gerade mal für 7 Sätze und ist somit für kompliziertere Aufgaben schlichtweg zu blöd – Ich sollte wirklich auf Audio Blogs umsteigen. Und doch wird jede Kommunikation der Ratio untergeordnet. Wenn das Gefühl vor allem als Affekt ins Spiel kommt, hört man schnell den Ausspruch: „Bleib mal sachlich“. Betrachten wir das fehlende Teil der dreifaltigen Einheit, nämlich den Business Körper (Geist/Seele), ist so manch einer sogar der Ohnmacht nahe, denn dieses Ding hat schon mal gar nichts im Business verloren. Nur die winzigste Andeutung, dass Teilnehmer eines Seminares mal ihre Arme heben könnten, um die positive Stimmung dieser Gestenebene nachzuvollziehen, verursacht pure Panik und Scham. Welche abstrakte und entkoppelte Beziehung haben diese Menschen zu ihrem Leib, der unsere Seele wie auch unseren Geist,  pro Tag mehrere Kilometer durch die Firma balanciert und dabei auch noch aufschlussreiche Signale aussendet. Ausserdem kann er unseren Verstand wie auch unsere Seele positiv beeinflussen wie bspw. durch Mimik, Gestik oder auch den Gang.

Der Mehrwert von Gefühlen

Gefühle zeigen uns den emotionalen Aspekt eines Gesprächs, der dann durch die Körpersprache und die Stimme wahrgenommen werden kann. Es hat einen Mehrwert, wenn Gefühle einbezogen werden, denn es war und ist durchaus nützlich, wenn wir wissen wie viel emotionaler Sprengstoff eine momentane Situation enthält und was die Situation bei uns wie auch bei demjenigen auslöst. So können wir uns doch viel sinnvoller miteinander austauschen, statt die Hälfte unseres Seins zu vertuschen. Kurze Erinnerung: Jeder hat Gefühle, nur werden diese im Business schlichtweg unterdrückt bzw. dem Verstand untergeordnet.

Gefühle sind lebenswichtig

„Verstand und Gefühle agieren in engem Wechselspiel und kluge Entscheidungen werden immer durch das Gefühl abgesichert“, meint der Neurowissenschaftler Gerhart Roth. Untersuchungen erfolgreicher Manager ergaben, dass endgültige und vielschichtige Entscheidungen sogar komplett aus dem Bauch, also intuitiv getroffen werden. „Gefühle checken diverse Lebenslagen auf Erfolg und Misserfolg“. Von Ihnen hängt es ab, ob wir uns mit Kollegen streiten oder schlichten, uns in Präsentationen begeistern oder langweilen oder beim Mittagstisch verdorbenen Fisch essen oder ihn zurück gehenlassen. Gefühle sichern uns das Überleben und gestalten unser Leben abwechslungsreich. Diese zu missachten wäre ein grober Fehler. Wer im Job seine Gefühle nicht im Zaum hält bringt’s hoffentlich bald sehr weit.

Moderne Unternehmen, gerade in Zeiten des digitalen Wandels, braucht dringend Menschen die fühlen wollen und das auch zeigen. Descartische Kopffüßler gehören zukünftig ins Museum und hoffentlich bald der Vergangenheit an. Erst dann können wir endlich ganzheitlich miteinander in Kontakt treten, um uns wirklich authentisch miteinander auszutauschen. Ich freu mich drauf!

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Gefühle sind die inneren Antreiber für unsere emotionale Kommunikation, die größtenteils durch Körpersprache transportiert wird.

 

By | 2018-02-12T13:10:44+00:00 Februar 12th, 2018|Allgemein|0 Comments

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