Körpersprache der Völlerei – Die köstlichste Todsünde

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Die französischen Gourmets haben die Nase voll und legten dem Papst unlängst eine prominente Unterschriftenliste vor. Ihre Forderung: Abschaffung der köstlichsten Todsünde, der Völlerei. Gula, der Fürst der Dämonen dreht am Rad und freut sich.

In Zeiten von Fitnesswahn, Bodymaßindex und dem Diktat des Schönheitswahns, haben die Gourmets, die sich selbst als Pazifisten bezeichnen, saure Gurkenzeit. Ihr Credo, Butter, Butter und Butter ist out.

Völlerei wird gerne im gleichen Atemzug wie Fresssucht, Maßlosigkeit und Gier genannt. Diese Attribute bevölkern schon lange die erste Welt und das große Fressen ist längst eröffnet, denn hier ist nicht nur die Völlerei durch das Essen gemeint, sondern bezieht sich auch auf alle anderen irdischen Güter, Geld und Sex inbegriffen. Spirituell orientierte Menschen drücken den Zustand der Völlerei, wie zu erwarten spirituell aus: Der Mensch befindet sich in einem Bewusstseinszustand, in dem er seinen Kontakt zu sich selbst verloren hat.

Körpersprache

Gibt man diese köstliche Todsünde bei Google ein, brüllen ein zentnerweise Seiten zum Thema Dicksein an. Halleluja, was den fülligen Menschen dort alles geraten wird und mit welchem Anspruch, da wird mir ganz angst und bang um die Welt. Zwischen den werbewirksam in Szene gesetzten Zeilen von diversen Fitnessvertretern, findet sich der eine oder andere Professor mit wohlklingendem Namen. Deren Fazit: Dicksein ist eine Krankheit.

Eine füllige körpersprachliche Erscheinung gibt nicht viel her, um Rückschlüsse auf die Persönlichkeit zu ziehen, was ja schließlich mein Expertenthema darstellt und ist somit auch nicht relevant, um Menschen zu entschlüsseln. Da dieses Thema einen hohen Glatteisfaktor beherbergt, mach ich mich jetzt lieber aus dem Staub.

Ein gieriger und maßloser  Mensch allerdings, könnte sich die Lippen lecken, die Nasenlöcher blähen und sabbern, wenn bspw. sexuelle Glut den Menschen zu übermannen droht. Wer weiß, vielleicht sitzen die Hedgefonds-Manager ebenfalls mit schleckender Zunge und geblähten Nüstern vor ihren Computern.

In einer Welt in der sich alles ums funktionieren dreht, geben uns sinnliche Freuden einen guten Ausgleich. Ob wir über die Grenzen der Völlerei hinweggehen und wo diese sich überhaupt befinden, muss zum Leidwesen einiger Mitmenschen, jeder selbst entscheiden.

Ich reservieren mir derweil mal einen Tisch im Restaurant, mit dem passenden Namen Völlerei und überlege mir eine neue Themenreihe für meinen Blog. Vorher unterschreibe ich aber noch kurz die Petition der französischen Gourmets.

 

 

By | 2017-06-12T13:14:35+00:00 Juni 12th, 2017|Allgemein|0 Comments

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