Körpersprachliche Todsünden reloaded – Wut, Zorn und Bitterkeit

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Das riecht nach Ärger

Unfassbar aber wahr: Wir Menschen können Ärger bzw. Wut riechen. Das riecht nach Ärger ist nicht nur ein Spruch, sondern echt messbar. Türsteher auf der Reeperbahn hätten leichtes Spiel. „Ey Alter du riechst nach Ärger. Und Tschüss!“ Satan, der Engel des Zorns wäre schnell entlarvt.

Der Grund hierfür liegt wie zu erwarten an unseren Hormonen. Der Blutzucker steigt und Cortison wie Adrenalin wird ins Blut gepuscht. Dieses wird wiederum dem Verdauungstrakt entzogen und in die Extremitäten gepumpt. Dem Wütenden steht jetzt frei, ob er wegrennen oder kämpfen will. Laut Paul Ekman, amerikanischer Psychologe und Mimik Forscher, ist Wut die schnellste Emotion von allen Grundemotionen und wird auf allen Kontinenten gleichermaßen verstanden.

Versager werden zornig

Das Lexikon der Psychologie sagt dazu: „Zorn wird durch Kränkung, Enttäuschung oder Versagen hervorgerufen.“ Aber auch wenn unsere innere Bewegungsfreiheit bedroht wird, nistet sich der Zorn bei uns ein. Innere wie sogar äußere Distanz zu den Auslösern wäre ein adäquates Gegengift. Wut ist der Ferrari unter den sieben Todsünden und eine wunderbar hilfreiche Reaktion zum Schutz des Selbstwerts. Wer sich also angegriffen -oder sich handlungsunfähig fühlt braust schnell auf, fährt aber auch schnell wieder runter.

Der Absinth Effekt

Jeder ärgert sich mal und wird wütend, weil etwas nicht so läuft wie erwartet (Foto). Zorn hingegen ist eine permanente Emotion, die sich durch anhaltenden Ärger langsam aufbaut. Wenn Zorn nicht bearbeitet wird, wird der Mensch langsam aber sicher verbittert (kommt von beißen). Sarkasmus ahoi! Die meisten Gifte aus der Mutter Natur sind übrigens bitter und ziehen das Gewebe nach der Einnahme zusammen (Absinth/Wermut).

 Zornige Körpersprache

Für mich sehen zornige Menschen aus, als wenn sie zu lange in einer Wanne voll Absinth gelegen haben. Jede Faser des Körpers verspürt das Bedürfnis sich zu verziehen und zieht sich zusammen. Der Mensch sieht schlichtweg verkniffen aus. Die Augenbrauen wie auch der Mund ziehen sich zusammen. Die Nase kräuselt sich. Die Zähne werden aufeinandergepresst und situativ legt sich schon mal Zornesröte über das Gesicht. Der gesamte Körper ist in einem permanenten und aggressiven Ladezustand und verfällt in eine Art Angriffsstellung mit eingebauter Schutzhaltung (Boxer). Die Beweglichkeit ist stark eingeschränkt und lockere und leichte Bewegungen sind kaum mehr möglich. Wenn die äußere Erscheinung gleichzusetzen ist wie die innere Einstellung, na dann gute Nacht Marie.

 Besser is

Wenn wir bei uns selbst wahrnehmen, dass wir in einem länger anhaltenden Habacht – Modus verharren, so wie oben beschrieben, dann wird es höchste Zeit etwas dagegen zu tun. Dauerhafte Anspannung und permanente Hormonausschüttung (Adrenalin) macht nämlich krank. Und nicht nur das, es macht auch unglücklich, denn aus überschäumender Wut entsteht Hass und der taugte noch nie als guter Partner zum Glücklichsein. Unkontrollierte Wutanfälle stehen im Ansehen übrigens nicht sehr hoch im Kurs und wirken auf die meisten von uns charakterschwach. Außerdem macht uns Wut, Zorn und Bitterkeit echt hässlich.

Anerkennen was ist

Ich kann mich fragen, weshalb ich so zornig bin. Warum hasse ich einige Menschen und warum werde ich so wütend. War da mal was? Finde es heraus, denn erst dann kannst du den Zorn, durch die Nutzung Deines Verstandes relativieren und somit abstellen. Anselm Grün, Benediktiner Mönche unseres Vertrauens meint dazu: Anerkennen was ist, wäre der erste Schritt.

Der Beipackzettel vom Zorn kommt von Mahatma Gandhi

„Aus bitterster Erfahrung zog ich diese eine und höchste Lehre: Man muss den Zorn in sich aufstauen, und so wie gestaute Wärme in Energie umgesetzt werden kann, so kann unser gestauter Zorn in eine Kraft umgesetzt werden, die die Welt zu bewegen vermag.“

Ansonsten hat auch Citrus -oder Yang Ylangöl eine entspannende Wirkung.

 

Foto: Ashish Chowdhary

By | 2017-11-29T16:43:10+00:00 April 10th, 2017|Allgemein|0 Comments

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