Kuriositäten der Körpersprache – Pokémon Go

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Auch Ronaldo will nur spielen

Der Mensch bewegt sich meist gradlinig von einem Ort zum anderen. Er kann eilen, schlendern oder einen Ball vor sich hertreiben. Beim Richtungswechsel dreht sich zuerst der Kopf und dann folgt der Körper.

Ungläubig und kopfschüttelnd verfolge ich die junge Frau mit meinem Blick, die eben noch ruhig am Nebentisch saß. Ohne Vorwarnung schießt sie an mir vorbei auf den Randstein zu. Sie wird doch nicht – doch sie wird. Ungebremst rennt sie mit ihrem Handy vorweg gegen den Ampelfahl.  Meine Verwirrung steigt. Warum zum Teufel läuft die ungebremst dagegen? Mein Tischnachbar im Café klärt mich auf: Pokémon Go ist raus. Mein Gesicht erhellt sich und ich erinnere mich wage. War das nicht das Videospiel mit den seltsamen kleinen Monstern aus den 90ern, die jeden Gameboy atemlos machten? Gestern ist eine App von Niantic Labs davon herausgekommen und stiftet Verwirrung bei allen, die dieses Spiel nicht kennen.

Unsere Umgebungsbewegung

Völlig willkürliche Massenbewegung auf dem Hamburger Rathausplatz. Junge Frauen springen völlig gaga in der Luft herum, ältlicher Skater rollt quer über den Platz und dreht sich ohne Vorwarnung auf dem Absatz um. Skatboard lass krachen. Einige Handwerker in rotem Dress scheinen miteinander echt Spaß zu haben und zwei junge Geschäftsmänner laufen mit dem Händen vorweg und mit grimmigen Mienen in Selfie-Position über die flachen Arkadentreppen, während einer davon über die Mülltonne am oberen Rand der Treppe kippt und vornüber darin verschwindet. Andere wischen konzentriert und voller Falten auf ihren Handys herum. Rauch steigt auf und die Lockmodul geschwängerte Luft verwirrt uns noch mehr.Glumanda, Schiggy und Bisasam freuen sich hämisch. Eine Arena von Verrückten.

Mein Kopfkino beginnt

Mutter verliert Tochter die bei dem Versuch, intuitiv ein Pokémon am Horner Kreisel zu fangen. Ehemann verliert Ehefrau, die bei dem weißheitsvollen Versuch ein Pokémon im Wald zu fangen, dabei ausgeraubt und erwürgt wurde. Oma verliert Enkelkind, das bei dem wagemutigen Versuch ein Pokémon zu fangen ungebremst von der Elbmauer sprang und dann ertrank.  Ich beschließe mich diese Bewegung nicht anzuschließen. Erstens hänge ich an meiner Lebensleiste und zweitens habe ich keine Lust mit Monstern abzuhängen

Allen Verweigerern empfehle ich sich nicht zu ärgern sondern nur zu wundern. Wenn Kollegen im Gespräche plötzlich wegrennen oder Wildfremde, einen auf offener Straße ungebremst umrennen und sich ohne Entschuldigung aus dem Staub machen, dann wollen die sich nur aufleveln. Lasst euch von denen nicht die Lebensenergie stehlen.

Gamern rate ich es nicht zu weit zu treiben, sonst geht es euch wie dem armen Ronaldo. Auch der muss jetzt pausieren. Nix Trank, nix Beleber.

 

 

 

 

 

By | 2016-07-14T13:15:00+00:00 Juli 14th, 2016|Allgemein|0 Comments

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