Um unbekannte Menschen kennenzulernen und neue Freundschaften oder Geschäftsbeziehung zu knüpfen, ist es manchmal notwendig die inneren und sehr persönlichen Kontakt-Bremsen zu überwinden. In diesem Zusammenhang kann zum Beispiel die Angst vor einer nicht erwiderten Begrüßung zum Handikap werden bspw. wenn unsere hingestreckte Hand zum Gruße ignoriert wird. Jeder der noch ein Fünkchen Scham besitzt, versinkt bei so einer Zurückweisung im Erdboden. Aber sind die Ängste vor Zurückweisung real und gibt es möglicherweise Strategien diese Ängste zu umgehen? 

Grundsätzlich ist das Gefühl der Angst hilfreich, denn sie schützt uns vor unüberlegten Aktionen und deren Folgen. In diesem Fall vor einem demolierten Ego. Wenn die Angst allerdings überhandnimmt, hindert sie uns daran unser Leben selbstbestimmt zu führen, dabei rangiert die Selbstbestimmung auf den oberen Rängen unserer Werte. Um die Angst vor Zurückweisung zu umgehen, ist das Wichtigste sie zu relativieren.

Bewusst entscheiden

Frage dich einmal, wie oft du bereits beim Kontaktaufbau zurückgewiesen wurdest. Wenn es einmal von zehn Kontaktversuchen passiert ist, und du trotzdem eine Mordsangst hast, hat sich deine Angst wahrscheinlich verselbstständigt. Willst du dir von einem unrealistischen Gefühl das Leben bestimmen lassen? Oder lieber bewusst selbst bestimmen, wen du trifft und dir als Freund auswählst. Die Option abzuwarten, bis dich jemand anspricht, ist eine praktische Sache, nur eben auch ein Glücksspiel.

Wenn es jedes zweite Mal passiert, wäre ein Blick in deine Wirkung interessant. Wie ist deine Mimik, ist sie verschlossen und skeptisch oder ist sie offen und freundlich, was die Grundlage für den Kontaktaufbau darstellt. Wie ist dein Körper positioniert und ist dieser weggedreht oder weist die vordere Fläche zu dem Unbekannten hin, was ein wichtiges Signal für den Kontaktaufbau darstellt.  Wie ist die Distanzzone und liegt sie zwischen 1,50m – 2,00m, was die ideale Distanz für den Kontaktaufbau im öffentlichen Raum darstellt – auch in der Pandemie.

Wenn es neun von zehn Malen passiert, hast du dich in deinen eigenen Emotionen verfangen. Vielleicht leidest du unter der Angst vor sozialen Kontakten, was aus medizinischer Sicht eine Phobie darstellt, von der allerdings weniger als 2% der deutschen Bevölkerung befallen ist. In so einem Fall, würde ich dir professionelle Unterstützung empfehlen.

Die Angst vor Zurückweisung ist nur in den seltensten Fällen realistisch zu begründen, obwohl sie sich real anfühlen kann und so kann ein weiterer Schritt in Richtung Kontaktaufbau sein, deinen Mut zu stärken. So viel sei an dieser Stelle schon verraten: Mut und Gewohnheiten sind eng miteinander verknüpft.

Die Angst vor Zurückweisung ist übrigens nur eine von 10 Ängsten, die ich in meinem neuen Buch „Komm in Kontakt – Ein Körpersprache Guide für das Gegenteil von einsam“ beschreibe, was im März 2021 erscheint.