Nie wieder einsam – Diese Körpersprache solltest Du vermeiden

//Nie wieder einsam – Diese Körpersprache solltest Du vermeiden

Keiner von uns gibt gerne zu, dass er sich einsam fühlt. Andere könnten schlecht von uns denken: Zu unattraktiv, zu alt, zu kompliziert oder sogar sitzen gelassen worden? Unser Ego hasst solche Überlegungen. Sich über einen längeren Zeitraum einsam zu fühlen, kann allerdings Herzkreislauf Erkrankungen auslösen. Einsamkeit ist eine unerkannte Krankheit und deswegen ist der erste Schritt, an unserer Körpersprache zu bemerken, ob wir einsam wirken.

Selbst gewählte Einsamkeit macht friedlich, erholsam und kreativ. Aber das Beste daran: Wir wirken auf andere selbstbestimmt. Selbstbestimmtheit genießt hohes Ansehen in unserer Gesellschafft.

Der Casus Knacktus daran ist, dass Menschen die sich einsam fühlen und das sind immerhin 12 % der Deutschen, sich gerne einreden ihre Einsamkeit sei selbstbestimmt.

Der Single betäubt sich mit unendlich vielen oberflächlichen Kontakten, um sich nicht alleine zu fühlen. „Ach so schlimm ist es ja nicht. Dafür habe ich meine Freiheiten.“

Der geschiedene Ehepartner sitzt nach 25 Jahren Ehe verlassen und gekränkt in seinem Heim und weiß nicht, wie er die ersten Schritte in ein neues Leben wagen soll. „Das hat doch fast jeder mal durchgestanden. Wird schon vorbeigehen.“

Die Partnerin schaut gelinde am Seitensprung ihres Partners vorbei und wartet auf ihrem Sofa einsam und zurückgelassen auf den Heimkehrer. „Ich bin stark und ich kann das aushalten. Dafür genieße ich Sicherheit“

Nur die alten Senioren geben ehrlich zu, dass sie einsam sind. Die sind ja auch bereits weise und erfahren. Ihnen fehlt leider oftmals die Gelegenheit.

Eine englische Politikerin nannte die immer stärker um sich greifende Einsamkeit, eine Epidemie im Verborgenen und berief umgehend ein Ministerium der Einsamkeit ins Leben.Wir allerdings, sind auf uns selbst gestellt und müssen diesen ersten wichtigen Schritt alleine tun:

Unsere Lebenssituation in punkto Einsamkeit überprüfen.

Laut Einsamkeitsforschern fühlen sich Menschen dann einsam, wenn sie weniger als sechs tiefe Beziehung in Ihrem Leben haben. Ich habe mal nachgezählt und hoffe sie sind tief genug: Eine Ehe seit 35 Jahren (Nr.1), drei erwachsene Kinder inkl. zweier Enkelkinder (Nr. 2-6), meine Schwester (Nr. 7) und eine innige Beziehung zu meinem Hund (Nr. 8). Ich weiß allerdings nicht ob der zählt. Hinzukommt mein Papa, meine zwei besten Freundinnen und ein guter Freund. Ach ja und mein Hausarzt.

Wenn ich mich unfreiwillig einsam fühle, was durchaus vorkommt, wende ich mich meinen tiefen Beziehungen zu oder kuschele mit meinem Hund. Die Devise lautet also: Qualität vor Quantität.

Was ist eigentlich der Keim von unfreiwilliger Einsamkeit?

Forscher haben herausgefunden, dass einsame Menschen ihre Umwelt oft als Bedrohung wahrnehmen. Was sich zuerst etabliert hat, sich einsam oder sich bedroht fühlen, ist ähnlich der Frage: Was war zuerst: Henne oder Ei?

Unsere Körpersprache

Sie kann eine Bedrohung unmissverständlich ausdrücken. Beispielsweise durch einen skeptischen Blick, durch verschränkte Arme oder durch eine geduckte Haltung. Auch Einsamkeit können wir an unserer Körpersprache erkennen. Bspw. an hochgezogenen Schultern und einer flachen Atmung, an runterhängenden Mundwinkeln die Enttäuschung ausdrücken oder auch an einem hängenden Kopf, der auf Traurigkeit hindeutet.

Vereinen sich jetzt mehrere dieser Signale zu einer geballten Ladung negativer Wirkung, schaltet der Teufelskreis auf Autopilot: Durch dieses negative Wirkung nach außen, erhalten einsame Menschen wiederum negatives Feedback. Die Mitmenschen ziehen sich zurück. Dadurch verstärken sich wiederum die persönlichen Barrieren und drängen den Einsamen noch weiter in die Einsamkeit zurück, bis er sich schließlich durch sein zerstörtes Selbstwertgefühl selbst isoliert.

Jetzt kommt der Casus Knacktus wieder ins Spiel. Der Einsame, redet sich seine Situation schön. So muss er sich nicht dem Druck dieser bedrohlichen Situation auszusetzen. Es bleibt alles beim Alten und ist somit suboptimal für das Überwinden von Einsamkeit.

Meine Freundin Sina saß 12 Stunden in einem Pan Am Flug. Direkt neben ihr, saß ein äußerst charmanter Mann, mit dem sie sich über die gesamte Flugzeit intensiv unterhielt. Bei der Landung verließ sie ihn fluchtartig und ohne Verabschiedung. Sie hatte Angst vor Kontrollverlust und dass sie diesem Kontakt nicht gewachsen sei. Ihr Selbstwert bzgl. dieser ja eigentlich natürlichen Situation, hatte sich in den vielen Jahren als alleinerziehenden Mutter, einfach vom Acker gemacht und ihr Fluchtinstinkt setzte sich durch. Unglaublich aber wahr.

Einsamkeit demontiert das Selbstwert und macht krank

Menschen mit oberflächlichen Beziehung erleiden viermal häufiger Herzattacken und bekommen durch ein schwaches Immunsystem, sogar doppelt so häufig einen Schnupfen, wie Menschen die sich selten einsam fühlen und die mindestens sechs tiefe und qualitativ hochwertige Beziehungen pflegten.

Fazit: Verbanne körpersprachliche Signale von „Bedrohung“ und „Einsamkeit“ aus Deinem Portfolio und öffne Dich wieder Deiner Umwelt.

Die Überwindung von unfreiwilliger Einsamkeit, ist übrigens mein neues Buchprojekt und ich freue mich total aufs Schreiben und natürlich über Deine Rückmeldungen.

Dieser Blog ist der Auftakt zu einer neuen Serie zum Thema Einsamkeit überwinden. 

Meine Buchempfehlung zur Zeit:

Einsamkeit – Eine unerkannte Krankheit von Manfred Spitzer, Psychiater und Gehirnforscher.

 

By | 2018-08-30T13:13:45+00:00 August 30th, 2018|Allgemein|0 Comments

About the Author: